- Vivien Rolf
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Boxen für Kinder: Ab welchem Alter ist es sinnvoll?
Boxen für Kinder ist nicht gerade ein alltägliches Hobby. Allerdings ist längst nicht jedes Kind für Fußball oder Volleyball zu begeistern. Warum sollten Sie also nicht den Gang in die Kampfsporthalle wagen?
In unserem Blog Artikel informieren wir Sie, ab welchem Alter das Boxtraining für Kinder sinnvoll ist, wie das Training abläuft und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.
1. Boxen für Kinder – ein umstrittener Sport
Längst nicht alle Menschen verstehen, wenn Eltern ihre Kinder zum Boxen schicken. Zugegeben, wer den einen oder anderen Boxkampf im Fernsehen verfolgt hat, kann schnell auf die Idee kommen, dass es sich mehr um eine Prügelei als tatsächlich um eine Sportart handelt.
Genau an dieser Stelle zeigt sich jedoch der entscheidende Unterschied zwischen dem Kindertraining sowie der gezielten Vorbereitung auf Vollkontakt-Wettkämpfe im Jugend- oder Erwachsenenbereich.
In erster Linie geht es beim Boxen für Kinder um die Verbesserung der allgemeinen Fitness. Durch das auch für Anfänger geeignete Training sollen Kinder ein Gefühl für ihren Körper bekommen.
Sogar einige Schulen bieten inzwischen eine eigene Box-AG an, da Boxen nicht mehr länger als Randsportart gesehen wird, sondern vor allem als effektives Ganzkörpertraining.
Ab wann ist Kinderboxen geeignet?
Grundsätzlich dürfen Kinder bereits ab dem 5 bis 7 Lebensjahr in einem Verein zum Boxtraining. Kampfsport für Kinder hat generell keine bestimmten Voraussetzungen. Aus unserer Erfahrung heraus empfehlen wir ein Mindestalter von 6 Jahren. Fragen sie im Verein nach welche Bestimmungen dort gelten.
Im Kinderboxen benötigt man nur das Equipment, wie Boxhandschuhe, Helm, Bandagen und Mundschutz. Die Kinder lernen Im Sportverein zu boxen. Weiterhin lernen sie grundlegende Boxtechniken und Werte aus dieser klassischen Sportart. Es empfiehlt sich allerdings, dass Kinder mit dem Boxen ab ca. 12 Jahren beginnen, denn sobald es um Sparring geht, müssen die Kinder verstehen, dass sie dem anderen weh tun können, wenn sie sich nicht an die Regeln halten.
2. Die Faszination Boxen – Kinder werden stark und selbstbewusst
Beim Kampfsport für Kinder spielen sowohl physische als auch psychische Gesichtspunkte eine wichtige Rolle.
Da immer mehr Kinder unter Übergewicht und mangelnder Bewegung leiden, häufen sich auch die motorischen Defizite. Erschreckenderweise sind viele Grundschulkinder kaum in der Lage, über einen schmalen Balken zu gehen oder sicher auf einem Bein zu hüpfen.
Kinder, die Boxen lernen, müssen sich über ihre koordinativen Fähigkeiten keine Sorgen machen. Hier stehen folgende Aspekte im Zentrum des Kindertrainings:
Koordination:
Zunächst müssen die Kleinen lernen, sicher zu stehen und sich geschmeidig zu bewegen. All dies erfordert ein hohes Maß an Aufmerksamkeit. Um Schlag- und Ausweichbewegungen optimal durchzuführen, sind zahlreiche Trainingsstunden nötig.
Kraft:
Die Entwicklung der Kraft spielt zunächst eine eher untergeordnete Rolle, da vor allem die Technik sowie die Reaktionsgeschwindigkeit stimmen müssen. Dennoch bauen Kinder beim Boxen Muskeln im gesamten Körper auf. Dies trägt im Alltag zu einer aufrechten Haltung bei.
Ausdauer:
Auch wenn eine Runde beim Boxen nur 3 Minuten dauert, erfordert dies eine Menge Kondition. Jede Ausweichbewegung und jeder Schlag beanspruchen viel Energie, ganz abgesehen davon, dass es bereits anstrengend ist, die Deckung aufrecht zu halten.
Geschwindigkeit:
Beim Boxen spielen die Reaktion und die Beobachtung des Gegners eine entscheidende Rolle. Kinder lernen, aufmerksam zu sein und blitzschnell auf eine Schlagbewegung zu reagieren.
Gleichzeitig gilt es, Schwachpunkte zu entdecken, um selbst einen gezielten Angriff setzen zu können.
Zugleich fördert das Boxen für Kinder auch das Selbstbewusstsein und verhilft Kindern in der Schule zu mehr Willensstärke und Durchsetzungsfähigkeit, selbstverständlich ohne Gewalt. Nicht zu verachten ist die generelle Fähigkeit, den Sport im Notfall zur Selbstverteidigung nutzen zu können.
3. Die Schutzausrüstung beim Boxen für Kinder
Jedes Kind, dass erstmals einen Boxverein besucht, sollte zunächst die Gelegenheit bekommen, sich umzusehen und ein paar erste Schläge auf den Boxsack abzugeben.
Kommt es zur Anmeldung im Boxclub, benötigen Kinder zunächst Handschuhe sowie Boxbandagen, um die Hände beim Boxen zu schützen. Da das Sparring erst später folgt, reicht dies für den Anfang in aller Regel aus.
Findet ein Kind Gefallen an diesem Sport und die ersten Übungsversuche im Ring stehen an, so benötigen Kinder eine recht umfassende Schutzausrüstung. Diese beinhaltet
· einen Kopfschutz,
· einen Tiefschutz (für Jungen) bzw. einen Brustschutz (für Mädchen),
· sowie einen Mundschutz (für die Zähne).
Durch anfänglich noch recht dicke Boxhandschuhe sind die Schläge vergleichsweise harmlos und die Kinder haben einen guten Schutz.
4. Zubehör – dieses Equipment benötigen Sie beim Boxen
In aller Regel stehen in jedem Verein genügend Boxsäcke, Pratzen sowie Boxbirnen und Speedbälle für das Training bereit.
Über kurz oder lang wünschen sich die meisten Kinder und Jugendlichen jedoch einen Boxsack oder eine Boxbirne für Zuhause. Auch die eigenen Pratzen sind fürs Training mit einem Partner nötig.
Setzen Sie an dieser Stelle nicht auf billige Qualität. Ansonsten kaufen Sie schnell zweimal. Gutes Equipment ist jedoch erschwinglich und reicht für sehr lange Zeit aus.
5. Die Preise beim Boxen variieren deutlich
Generell müssen Sie kein Vermögen ausgeben, wenn Sie Ihre Kinder zum Boxen schicken möchten. Teurer als der örtliche Fußballverein wird es jedoch allein dadurch, dass die meisten Boxvereine privat organisiert sind.
Die zur Verfügung stehenden Räumlichkeiten müssen also finanziert werden.
Je nach Trainingsumfang und individuellen Wünschen können Sie anfänglich mit etwa 30 bis 50 CHF im Monat kalkulieren. Dies gilt jedoch lediglich für das Gruppentraining, welches anfangs oft präferiert wird. Bei Wettkampfambitionen werden Sie allerdings nicht um teureres Einzeltraining herumkommen.
Wettkämpfe setzen professionelles Training und Disziplin voraus.
6. Wichtige Fragen und Antworten
Ab wann können Kinder an Wettkämpfen teilnehmen?
Wer professionelle Ambitionen hegt, sollte nicht allzu lange mit dem Trainingsbeginn warten. Laut den Wettkampfbestimmung des Schweizer Boxsport-Verbands dürfen Kinder bereits ab einem Alter von 10 Jahren an Amateurkämpfen teilnehmen.
Gelten beim Boxen für Kinder andere Sicherheitsbestimmungen?
Sowohl die Rundenzeit als auch die Anzahl der Runden sind altersgerecht angepasst. Zudem ist eine umfangreiche Schutzausrüstung notwendig. Insbesondere der Kopfschutz spielt hier eine wichtige Rolle.
Eignet sich Kickboxen für Kinder als Alternative zum Boxen?
Im Gegensatz zum Boxen umfasst das Regelwerk beim Kickboxen neben Faustschlägen auch Tritte. Dies erfordert eine etwas andere Ausrichtung des Trainings.
Insbesondere der Bereich der Beweglichkeit ist von entscheidender Bedeutung. Zudem kommt es beim Kickboxen in den meisten Vereinen zu weniger direkten Kämpfen.
Boxen für Kinder ist Sport
Interessiert sich Ihr Kind für Boxen, wird es weniger Zeit vor Computer, Fernseher oder Smartphone verbringen. Es baut seine koordinativen und konditionellen Fähigkeiten aus und lernt grundlegende Werte aus dem Sport. Zusätzlich lernt es andere Kinder aus seiner Gruppe kennen, mit denen es Freundschaften außerhalb der Schule schließen kann. Gesundes Sporttreiben wird zur Lebenseinstellung. Das Kind bekommt zusätzliche Motivation, indem es sich Ziele setzt und diese mit Disziplin verfolgt. Jeder Erfolg in der Sportart stärkt das Selbstbewusstsein, was sich auch positiv auf das Alltagsleben des Kindes auswirkt.
Nicht jedes Kind muss Fußball mögen. Lassen Sie Ihre Kinder unterschiedliche Sportarten ausprobieren. Boxen für Kinder ist definitiv eine Option. Geben Sie ihnen die Möglichkeit Spaß am Sport zu haben.

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