- Vivien Rolf
- Kampfsport
- 0 Likes
- 1532 Klicks
- 0 Kommentare
- Boxen, Bern, Angelo Pena, Boxing Day, Christopher Mouafo, Boxsport, Swiss Pro Boxing
In der Mobiliar-Arena in Bern-Gümligen war es am Wochenende soweit: Boxfans kamen voll auf ihre Kosten. Im Rampenlicht standen vor allem zwei Protagonisten: Angelo "The One" Peña und Christopher "The Ruthless" Mouafo. Beide konnten an diesem denkwürdigen Abend überzeugende Siege feiern und ihre jeweiligen Titel in Empfang nehmen. Doch das Event bot mehr als nur technische Meisterleistungen – es zeigte die unbändige Leidenschaft und den Kampfgeist der Athleten und hielt die Zuschauer bis zum letzten Gongschlag in Atem.

Angelo Peña: Ein Statement im Super Featherweight
Angelo Peña hatte schon früh den Kampf in der Hand. Gegen den starken Japaner Hiroki Hanabusa bewies der Berner, dass er nicht nur technisch brilliert, sondern auch mental gereift ist. Das straffe Training unter der kubanischen Boxlegende Ismael Antonio Salas in Las Vegas zahlte sich aus. Peñas Kampfvorbereitung war rigoros, seine Strategie klar: Keine Ablenkungen, keine Spielereien – nur fokussiertes Boxen. Dies zeigte sich eindrucksvoll in Runde 2, als Peña mit einem präzisen Uppercut Hanabusa auf die Bretter zu schicken schien, nur der Gong rettete den Japaner.
Trotz der Dominanz gab Peña in der letzten Runde noch einmal alles und setzte ein furioses Schlusssignal, obwohl sein Sieg auf den Punktzetteln schon lange feststand. „So bin ich halt, ich könnte auch zwölf Runden so boxen, why not?“, kommentierte er im Ringinterview. Verdient wurde ihm der WBO Intercontinental Super Featherweight-Titel umgelegt, und das Publikum feierte den Lokalmatador mit frenetischem Applaus. Sein Manager Leander Strupler zeigte sich zufrieden und voller Zuversicht: „Angelo hat viel riskiert, aber alles gewonnen. Der WM-Kampf rückt näher.“

Christopher Mouafo: "The Ruthless" auf Erfolgskurs
Nicht weniger spannend verlief der Fight von Christopher Mouafo, der gegen den hartnäckigen Jonniel Laurente aus den Philippinen um den Global Light-Titel kämpfte. Laurente zeigte sich als zäher Gegner mit guter Beinarbeit, doch ab der dritten Runde fand Mouafo die richtige Taktik. Seine präzisen Kombinationen und harten rechten Geraden machten den Unterschied. Obwohl Mouafo kurz durch eine blutende Unterlippe beeinträchtigt war, ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen und brachte den Sieg verdient nach Hause. Der Bieler dominierte den Kampf mit seiner kraftvollen, aggressiven Herangehensweise und wurde zu Recht mit dem Titel belohnt.

Weitere Kämpfe: Licht und Schatten
Der Kampf von Ramadan Hiseni gegen Eugeniusz Makarczuk verlief weniger glücklich für den Schweizer. Hiseni, der eigentlich mit großen Erwartungen antrat, wirkte während des gesamten Kampfes gehemmt und konnte seine Stärken nicht ausspielen. Trotz seiner Reichweite ließ er sich von dem kleineren und aggressiven Polen in den Infight zwingen, was schließlich zu einer klaren Punktniederlage führte. Es war ein Rückschlag für Hiseni, der nach einem starken Auftritt in Kanada große Hoffnungen geweckt hatte.
Andere Kämpfe des Abends boten hingegen spannende Action: Simon Vollmer und Tzemal Houseinoglu lieferten sich einen packenden Schlagabtausch, wobei Vollmer seinen Gegner letztlich klar ausboxte. Im Light Heavyweight gab es ein schnelles Ende, als der Tessiner Georgi Svechev seinen rumänischen Gegner Alexandru Crasnitchii in der dritten Runde mit einem KO aus dem Kampf nahm.
Die Zukunft des Boxsports in der Schweiz
Swiss Pro Boxing unter der Leitung von Leander Strupler hat mit diesem Event erneut gezeigt, dass die Schweiz Boxsport auf hohem Niveau bieten kann. Trotz der starken Leistung der Athleten bleibt jedoch eine Herausforderung bestehen: Die Mobiliar-Arena war leider nur halb gefüllt. Was auch daran lag das an diesem Wochenende überall in der Schweiz gleichzeitig viele Veranstaltungen stattfanden. Auch wenn Strupler und sein Team organisatorisch nichts zu wünschen übriglassen, zeigt dies, dass der Boxsport in der Schweiz noch mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung braucht, um langfristig auf Topniveau bestehen zu können.
Die Planung für den Boxing Day 2024 läuft bereits, und die Fans dürfen gespannt sein, welche Stars und aufstrebenden Talente dann im Ring stehen werden. Der Weg zu einem Weltmeisterschaftskampf für Peña und Mouafo ist zwar noch lang, aber mit der richtigen Vorbereitung und dem unermüdlichen Einsatz, den sie bisher gezeigt haben, ist er keineswegs unerreichbar.

Kommentare (0)